Samstag, 18. August 2012

[Rezension] Stefan aus dem Siepen - Das Seil


Autor:Stefan aus dem Siepen
Titel:Das Seil
Reihe:-
Originaltitel:-
Übersetzung:-
Verlag:dtv
Erschienen:Juni 2012
Seiten:180

Ein Seil.
Ein einfaches Seil liegt am Waldrand.
Doch grade die einfachen Dinge sind es, die die Menschen vollkommen aus der Fassung bringen können.


Die Handlung

Eines Abends findet Bernhardt, einer der Bauern des sehr abgelegenen kleinen Dorfes, bei seinem Spaziergang am Rand des Waldes das Ende eines Seils.
Schnell macht die Nachricht über das Seil, das kein sichtbares Ende nimmt, die Runde im Dorf. Und schon bald spricht niemand mehr über etwas Anderes.

So dauert es nicht lange, bis sich eine kleine Gruppe von Bauern auf den Weg macht, um das andere Ende des Seils zu finden und dessen Geheimnis zu lüften. Doch bleiben sie erfolglos, was die Bauern nur noch neugieriger macht.

Daraufhin macht sich am nächsten Tag eine Gruppe aus allen männlichen Bewohnern des Dorfes, die bei guter Gesundheit sind, auf den Weg um das Seil zu erkunden. Lediglich ein einziger Mann bleibt zurück, um bei den Frauen nach dem Rechten zu sehen

Eigentlich wollen die Bauern nur einen halben Tag in die Suche nach dem anderen Ende des Seils investieren, doch das Seil ist lang. So lang, dass es sie sehr viel länger fesselt als nur die wenigen, abgemachten Stunden.


Mein Eindruck

Zuerst eine kleine Info. Aufgrund des Textes auf dem Buchrücken und anderen Inhaltsangaben denken viele Leute bei diesem Buch an Fantasy oder Mystery. Aber keins von beidem ist der Fall.

Das Seil ist eine Parabel.

Es geht um ganz normale Bauern in einem ganz normalen Dorf, doch durch das Seil wird ihr gewöhnlicher Alltagstrott vollkommen aus dem Gleichgewicht gebracht.

Die Suche nach dem anderen Ende des Seils bringt ihre schlechtesten Eigenschaften zum Vorschein, die ungewöhnliche Situation senkt die Hemmschwellen.
Bei den Bauern entwickelt sich eine regelrechte Obsession um das Seil und genau diese ist es die einen das Buch immer weiter lesen lässt. Man versucht nachzuvollziehen, was mit diesen einfachen Männer geschieht, aber leicht ist das wirklich nicht.

Auf die Charaktere wird in dem Buch nicht sonderlich eingegangen. Nur die wichtigsten Merkmale der wenigen namentlich genannten Charaktere werden angesprochen. Grade genug um mitzubekommen, dass es sich um ganz normale Menschen handelt, die in den Sog des Unbekannten geraten.

Dafür wird aber im Verlauf der Geschichte auf einige andere Details wert gelegt, die das ganze Szenario authentischer erscheinen lassen.

Der Schreibstil ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. Die Erzählung mutet ein wenig altertümlich an, doch bei einer Parabel passt das ja.
Eigentümlich ist allerdings die Satzlänge. Wenn ein längerer Satz auch noch schön verschachtelt ist, kann es schon mal ein wenig kompliziert werden.
Sobald die Geschichte an Tempo zunimmt bestehen die Sätze mehr aus stichwortartigen Beschreibungen, die durch Kommas getrennt werden. Der längste Satz, an den ich mich grade erinnere, umfasst mehr als eine ganze Seite.

Nachdem die Geschichte im Großen und Ganzen vor sich hinplätschert folgt das Ende ziemlich abrupt. Es ist offen wie ein Scheunentor und lässt viel Raum für Mutmaßungen. Über das, was den Bauern wohl noch passieren wird sowie darüber, was die Parabel einem beibringen möchte.


Mein Fazit

Das Seil zu lesen war wirklich sehr interessant.
Es war meine erste freiwillig gelesene Parabel - und ich bereue es nicht. Denn ich liebe Bücher, von denen man mehr hat, weil man über sie nachdenken kann.

Mit 180 Seiten ist das Seil ein Buch, das man relativ schnell durch hat, obwohl es teilweise ein wenig kompliziert zu lesen ist.

Wer lehrreiche Erzählungen mag, dem kann ich das Seil wirklich empfehlen.
Ich hatte sehr viel Spaß daran es zu lesen und darüber zu diskutieren.


Bewertung


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